100 Jahre Turnverein Alsenborn
1903 bis 2003
Unser Verein ist leider nicht in der glücklichen
Lage, ab 1903 das Vereinsgeschehen lückenlos belegen zu können, da die
Besatzungsbehörde in den ersten Nachkriegswochen 1946 sämtliche auffindbaren
Turnvereins-schriftstücke vernichtete. Um die letzte Jahrhundertwende bestand
in der Gemeinde Alsenborn als sporttreibender Verein nur der Radfahrverein
Alsenborn, mehrere Mitglieder machten den Vorschlag, den Radfahrverein in einen
Turnverein umzuwandeln. An ihrer Spitze standen der damalige Lehrer Ludwig
Zwick, sowie Dr. Leopold Dietzel, der seit 1900 als Arzt in der Gemeinde tätig,
ein begeisterter Anhänger des Turnens war. Es wurde in die damalige
Gastwirtschaft Franz Hess zur Gründungsversammlung eingeladen. Vierundzwanzig
junge Männer folgten dem Aufruf und hoben den Turnverein Alsenborn im Jahre
1903 aus der Taufe.
Fast alle Mitglieder des Radfahrvereins wurden als
Mitglieder dem neuen Verein zugeführt. Der erste Ausschuss setzte sich
folgendermaßen zusammen:
1. Vorstand: Zwick Ludwig, 2. Vorstand: Dr. Dietzel
Leopold, Schriftführer: Hess Franz, Vereinsrechner: Kraft Jakob, Oberturnwart:
Pfeffer Peter, Turnwart: Müller Hermann Paul, Riegenführer: Doll Johann.
Bereits nach einigen Monaten musste man für immer
Abschied vom 1. Vorsitzenden Zwick nehmen. An seine Stelle trat Dr. Dietzel,
der dem Verein 43 Jahre ununterbrochen bis zu dessen von der damaligen
Besatzungsmacht angeordneten Auflösung 1946 vorstand.
Bereits im Jahre 1904 wurde der Verein mit der
Durchführung der Gauturnfahrt betraut. Auf der Kinderlehre entstand in
Eigenleistung bald ein Turn- und Sportplatz mittlerer Größe mit einem
Geräte-schuppen. Der alte Turnerwunsch, eine Vereinsfahne zu besitzen, wurde
1909 erfüllt. Unter Anteilnahme der gesamten Bevölkerung und zahlreicher
auswärtiger Vereine fand die festliche Weihe auf dem Waldfest-platz im Geldloch
statt. 1924 wurde auf dem Sportplatz des Fußballvereins Alsenborn am Gänsebrünnchen
das Gausportfest durchgeführt. Der Fußballverein Alsenborn, der 1919 gegründet
wurde, schloss sich zunächst, da er als Verein noch nicht lebensfähig erschien,
als Fußballabteilung unter der Spielleitung von Ludwig Wagner dem Turnverein
an, wurde jedoch noch im gleichen Jahr selbstständig (l. Vorsitzender Josef
Kraft, nach kurzer Zeit Fritz Ullmayer, 2. Vorsitzender Wilhelm Wagner, Schriftführer
Josef Kraft).
1928 beging man das 25. Stiftungsfest auf dem Platz,
der später unserer ersten Turnhalle als Standort dienen sollte. An diesem Tag
wurde der Plan gefasst, eine eigene Turnhalle zu bauen. Das Gelände des
damaligen Festplatzes erschien allen bezüglich Lage und Größe ideal. Die
Vorsitzenden Dr. Dietzel, und Jakob Witter sowie Fritz Ullmayer und
Schriftführer Artur Becker waren von da ab die treibenden Kräfte für die
Durchführung dieses Planes. Ullmayer übernahm die Bauleitung. Im Frühjahr 1931
konnte mit dem Bau begonnen werden.

Die Einweihung der Halle, deren Wert von der
Brandversicherung zunächst auf 45.000,- RM festgesetzt wurde, konnte
bereits am 07. und 08. November 1931 feierlich begangen werden. Die Änderung
der politischen Verhältnisse im Deutschen Reich machte auch vor dem Verein
nicht halt. Die Deutsche Turnerschaft stellte sich im April 1933 der nationalen
Führung zur Verfügung. Es folgte die Gleichschaltung. Der 1. Vorsitzende wurde
zum 1. Vereinsführer, der Turnwart zum Volksturnwart.
Der Verein beteiligte sich in diesen Jahren an allen
größeren Turnfesten. Im zweiten Weltkrieg konnte dank der aufopfernden
Tätigkeit unseres Turnwartes Otto Müller trotz der schweren Zeit mit Schülern
der Turnbetrieb aufrecht erhalten werden. Weder Turnwarte noch Helfer standen
ihm zur Seite. Bald stand die Turnhalle dem Verein nicht mehr zur Verfügung.
Sie diente als Truppenunterkunft, als Kriegsgefangenenlager, als
Gemeindekindergarten und zuletzt als Heeresverpflegungslager.
Nach Kriegsende verstarb plötzlich der 1.
Vorsitzende San. Rat Dr. Dietzel, eine der hervorragendsten Persönlichkeiten
seines Vereins, den er 43 Jahre ununterbrochen tatkräftig führte.
Die alliierten Mächte verboten zunächst die Ausübung
jeglichen Turn- und Sportbetriebes. Während die Sportvereine bald wieder
in Funktion treten durften, blieb das den Turnvereinen weiterhin untersagt
Am 25. Mai 1946 wurde der Sportverein Alsenborn neu
gegründet. Die Mitglieder unseres Vereins hielten Kontakt miteinander, sie
waren von der Wiederzulassung des Turnvereins fest überzeugt. Man beschloss,
dem SVA beizutreten. In einer Ausschusssitzung am 1. Januar 1948 wurde in einer
harmonisch verlaufenden Aussprache über Einzelheiten der Fusion verhandelt. In
der Generalversammlung am 24. Januar
wurde nach Reden des Sportbeauftragten Herrn Löffler und des 1.
Bürgermeisters Philipp Müller der Zusammenschluss einstimmig angenommen.
Gewählt wurden: 1. Vorsitzender: Johannes Daub, 2. Vorsitzender: Jakob Witter,
Schriftführer: Heinrich Steiger, Kassenwart: Edwin Steinmann, ferner folgende
Abteilungsleiter: Fußball: Hans Helmes, Leichtathletik: Emil Willenbacher,
Turnen: Otto Müller, Damenhandball: Magda Braun, Jugendwart: Gerhard Buch. In
der Generalversammlung am 14. Januar 1950 wurde Dr. Leo Dietzel jun. zum 1.
Vorsitzenden gewählt.
Am 01. 08. 1951 wurde unter Mitwirkung des
Vorsitzenden des Pfälzer Turnerbundes Baader der Turnverein Alsenborn neu
gegründet. Zum 1.Vorsitzenden wurde Hugo Feierabend gewählt, er führte dieses
Amt bis 1976.
2. Vorsitzender wurde Jakob Witter, Kassierer Rudolf
Reinig, Schriftführer August Diemer, Frauenwartin Hildegard Blume,
Kinderturnwartinnen Elisabeth Schattner und Luise Braun, Jugendturnwartin Luise
Ost, Jugendturnwart Heinrich Weber, Männerturnwart Friedrich Ellenberger,
Oberturn-wart Otto Müller. Zum Turnausschuß gehörten noch Otto Kraft, Karl
Emmes und Anna Louis. Pressewart wurde Fritz Buch. Am 3.11.51 feierte der
Turnverein den 20. Geburtstag der Turnhalle. Zum damaligen Zeitpunkt gehörten
dem Verein 210 Mitglieder, 4 Ehrenmitglieder und neben den aktiven ca. 120
Jugendliche und Kinder an. Das 50. Stiftungsfest wurde am 4. und 5. Juli 1953
mit Festabend, Festreden und Schauturnen (Kreisriege), mit Weckruf,
Gottesdienst, Festzug, Wettkämpfen und Siegerehrung feierlich begangen. 1954
wurde dem Turnverein Alsenborn, als einem der stärksten und aktivsten Vereine
des Sickinger Gaues, abermals die Ausrichtung des Gauturnfestes am 3. und 4.
Juli übertragen. 1955 fand das Gaukindertreffen bei uns statt. Bei der
Gauvolksturnerschaft in Morlautern stand Alsenborn auf dem 1. Platz, neun erste
Siege wurden errungen. Bei den Meisterschaften in Germersheim und Annweiler
erhielten alle den Siegerkranz und auf dem Stiftungsfest in Enkenbach stellten
wir sämtliche Sieger beim Volksturnen. 1956 wurden die Jugend-Bestenkämpfe
im Geräteturnen für den Gau Sickingen in Alsenborn abgehalten. Auch in diesem
Jahr waren unsere Volksturner auf dem Wiesenthalerhof und in Katzweiler sehr
erfolgreich. Sportlicher Höhepunkt aber war das Landesturnfest in Ludwigshafen,
auf dem unsere starke Vereinsriege mit »Sehr gut« ausgezeichnet wurde.
Am 17. August 1957 konnte die neue Vereinsfahne in
der Turnhalle geweiht werden.

Leider rückten von nun an in den jährlichen
Kassenberichten die Ausgaben für die
Turnhalle an die erste Stelle. Immer häufiger traten Abnutzungs- und
Alterungserscheinungen zu Tage. Der Fußboden musste größtenteils erneuert
werden, die seitliche Empore wurde auf beiden
Seiten abgetragen, der Wirtschaftsraum musste instand gesetzt werden. Die
notwendige Teilrenovierung des Daches verschlang allein 10.000,- DM. Es kamen
ständig größere bauliche Veränderungen auf uns zu. Die Erneuerung der sanitären
Anlagen wurde dringend erforderlich, da die alten auch nicht den
primitivsten hygienischen Anforderungen entsprachen. Der neue Sanitärbereich wurde mit
einem Kostenaufwand von knapp 20.000,- DM in das Innere der Turnhalle unter
die linke Seite der Bühne verlegt. 1961 wurde die bereits in Alsenborn
bestehende Tischtennismannschaft als Unterabteilung unter der Leitung von Heinz Feierabend
dem TVA angegliedert. Ferner wurde das Jedermannsturnen eingeführt. In
finanzieller und sportlicher Hinsicht war das Jahr eigentlich recht
erfolgreich. Karl-Heinz Becker wurde in Kirchheimbolanden im Sechskampf
der Turner 1. Fritz Buch 2. Albert Hess im Dreikampf der Jugend B 1. Sieger.
Bei den Herbstwaldläufen des Sickinger Gaues siegte ebenfalls Fritz Buch. Alle
unsere Turner konnten beim Wasgau-Bergturnfest einen Siegerkranz
gewinnen. Die eigenen, sowie die Veranstaltungen anderer Vereine, die in
unserer Halle stattfanden, waren durchwegs gut besucht und erzielten die
dringend notwendigen Gewinne.
Am
30.06.1961 verließ uns für immer unser 2. Vorsitzender Jakob Witter, der dieses
Amt jahrzehntelang versah. Seinen Platz nahm unser bewährtes Mitglied Eugen
Rahn ein. Zur Erhaltung unserer Turnhalle waren erneute Anstrengungen
unerlässlich. Die Beschaffung neuer Öfen war dringend erforderlich geworden.
Die alten waren durchgerostet, bliesen ordentlich Kohlenstaub in die nähere
Umgebung und waren meist vor Beendigung der Veranstaltungen bereits ausgebrannt
und kalt. Die neuen Wärmespender schmälerten die Kasse um weitere 2.700,-DM.
Am 30.11.1963 feierten wir den 60. Geburtstag unseres TVA unter Mitwirkung des
Gesangvereins Alsenborn, der Kolping-Kapelle Kaiserslautern, der Gauriege
sowie selbstverständlich unserer Turner und Turnerinnen. Viele Ehrungen wurden
ausgesprochen. In der Folgezeit erlebte der Turnbetrieb einen neuen Aufschwung.
Viele frühere aktive Mitglieder kehrten wieder zurück, neue kamen hinzu. Das
65. Vereinsjubiläum wurde im kleinen aber würdigen Rahmen im Juli 1968
begangen. Dem abendlichen Festbankett unter Mitwirkung des Musikvereins
Otterbach und der Gauriege folgten am nächsten Tag vereinsinterne
Meisterschaften, an denen sich 92 Wettkämpfer beteiligten. Zahlreiche Gau und
Freundschaftsturnfeste wurden in diesem Jahr von uns besucht. Durchschnittlich
turnten etwa 145 Jugendliche, Frauen und Männer in den Übungsstunden.
Das Amt eines Vermögensverwalters wurde geschaffen
und Oberturnwart Müller übertragen. Er war dem Ausschuss verantwortlich, steuerrechtliche
Angelegenheiten mit Gemeinde, Steuerberater und Finanzamt termingerecht zu
erledigen, über Hallenschäden, Renovierungsarbeiten und Inventar zu unter
richten, sowie Einnahmen und Ausgaben zu überwachen. Otto Müller beendete mit
der Verlesung des Turnjahresberichtes 1969 sein Amt als Oberturnwart. Seit
1919, über 50 Jahre, nahm er aktiv am Turngeschehen seines geliebten Vereins
teil, viele Jahre als aktiver Turner und Leichtathlet, seit 1930 als Turnwart
und seit 1949, also über 20 Jahre, als Oberturnwart. Darüber hinaus war er von
1952 bis 1969 als Gauturnratmitglied tätig. Der Pfälzer Turnerbund ehrte ihn
mit der Verleihung der Silbernen Ehrennadel, seinem Ehrenbrief sowie dem
Turnteller des Pfälzer Turnerbundes. Der Gau verlieh ihm ebenfalls eine
Silberne Ehrennadel und einen Ehrenbrief. Für seine jahrzehntelange
aufopferungsvolle Arbeit im Dienste unseres Vereins ernannte ihn der TVA zum
Ehrenmitglied und Ehrenoberturnwart. Noch unter seiner Führung wurden auch in
diesem Jahr alle Gauveranstaltungen von uns besucht. An Otto Müllers Stelle übernahm
das Amt des Oberturnwartes Heinz Feierabend.
Horst Zoermer wurde für das aus Altersgründen
ausscheidende Ehrenmitglied Eugen Rahn zum 2. Vorsitzenden gewählt. Im Frühjahr
1969 fanden in unserer Halle die Gaujugendmannschaftsmeister-schaften des
Turngaues Sickingen im Geräte-turnen statt. Auch 1970 nahmen wir wieder an
vielen Meisterschaften teil. Das Gaukinderturnfest in Dansenberg wurde von dem
TVA mit 36 kleinen Wettkämpfern beschickt. Weit über 100 Aktive stritten fair
um die Vereinsmeisterschaft. Besonders herauszustellen ist für dieses Jahr Ralf
Frühbeißer, der bei allen Turnfesten, an denen er beteiligt war, erste Plätze
einnahm. Vor allem zu erwähnen ist hierbei die Erringung der Gaumeisterschaft
im Fünfkampf der Jugend A. Vereinsmeister 1974 wurden Luise Braun
(Frauenturnerinnen), Eugen Müller (Jedermannsturner), Ralf Frühbeißer (Turner),
Angela Feierabend (Turnerinnen), Klaus Frühbeißer (Jugend-Turner A),
Heinz Kühner (Jugendturner B) und Barbara Reichert (Jugend-Turnerinnen
B). Helmut Reichert wurde auf dem Gaualterstreffen, das in Alsenborn
durchgeführt wurde, in seiner Altersklasse 1. Sieger. Die turnerische Betreuung
von fast 170 aktiven Turnern bereitete der Vorstandschaft außerordentliche
Schwierigkeiten, da es an entsprechenden Übungsleitern fehlte. Mit Frau Irene
Schaaf, Georg Formanski und Dieter Horbach fanden wir jedoch wieder drei
Persönlichkeiten, von denen wir eine weitere Belebung unseres Turnbetriebes
erhoffen konnten. 1975 zeichneten sich bei Wettkämpfen besonders unsere Schüler
und Schülerinnen aus.
Am 13.03.76 stellte unser erster Vorsitzender Hugo
Feierabend, wie bereits vor Jahresfrist angekündigt, sein Amt zur Verfügung. 25
Jahre lang hatte er zielsicher, unermüdlich und selbstlos den Turnverein
Alsenborn geführt. Seine Turner dankten ihrem treuen, schaffensfrohen
Mitstreiter mit der Ernennung zum Ehrenvorsitzenden des Vereins mit Sitz und
Stimme im Turnrat. Georg Formanski, der bisher bereits das Amt des 2.
Vorsitzenden inne hatte, wurde 1. Vorsitzender. Zum 2. Vorsitzenden wurde Erich
Müller gewählt. Unsere Funktionäre gingen auch in diesem Jahr mit gutem
Beispiel voran: Georg Formanski, Erich Müller, Ludwig Kuntz sowie Adolf Herbig
und Lothar Weber errangen bei verschiedenen Turnfesten Siege beziehungsweise
belegten vordere Plätze. Für das Jahr 1977 konnte der 1. Vorsitzende Georg
Formanski einen auffallenden Mitgliederzuwachs besonders aus unseren
Nachbargemeinden Neuhemsbach und Fischbach vermelden. Höhepunkt der turnerischen
Veranstaltung war der im Rahmen der 1100-Jahrfeier der Gemeinde durchgeführte
Turnabend unter Mitwirkung der Rodenbacher Mädchenriege, der Kunstkraftsportler
aus Eisenberg und unserer Riegen. Vereinsmeisterschaften sowie turnerische
Vorführungen schlossen sich am nächsten Tag an. In diesem Jahr suchten wir
vergebens einen Übungsleiter für das Jungenturnen, während Luise Braun, Heidrun
Zängry, Sigrid Schorz, Hermann Klaassen, Rudi Buch, Dieter Horbach und Harald
Fieguth, sowie Heinrich Roth und Erich Müller bei den Tischtennisspielern unter
ihrem Oberturnwart Ludwig Kuntz weiterhin in alter Treue und Frische ihre
Übungsstunden hielten. Einen bemerkenswerten Aufstieg nahmen in dieser Zeit das
Frauen- und das Kinderturnen. Hier seien besonders Luise Braun und
Heidrun Zängry hervorgehoben, sowie aus früheren Jahren Hildegard Blume, die
für ihre unermüdliche Arbeit und ihre beachtlichen Verdienste auch vom Gau
ausgezeichnet wurden. 1978 stand im Zeichen unseres 75.
Stiftungsfestes,
das wiederum zu einem großartigen Erlebnis und vollen Erfolg
wurde. Besonders gern erinnern wir uns der
turnerischen Darbietungen der Gruppen von Luise Braun, Heidrun Zängry, Rudi
Buch und Dieter Horbach. Im Februar 1979 tauchte erstmals der Gedanke auf,
zusammen mit dem Gesangverein den nördlichen Teil der Halle, Wirtschaftsräume
und Vereinszimmer umzu-bauen, da sie erhebliche bauliche Schäden aufwiesen.
Vorgesehen war der völlige Abriss des Eingangstraktes von der Turnhalle bis zur
Eingangstür und der neue Anbau bis zur Straße mit zwei Stockwerken. In einem
Stockwerk waren Umkleideraum, Toilette, Bar, Küche, Vereinszimmer und Ausschank
geplant, während die zweite Etage, welche dem GVA zur völligen Verfügung stehen
sollte, vom Erdgeschoss abgetrennt über eine Treppe zu erreichen sein sollte.
Die für beide Vereine zu gleichen Teilen zu tragenden Baukosten wurden mit etwa
350.000,- DM veranschlagt, mit Hallenboden und Heizung rund 700.000,-
DM. Das Gemeinschaftsprojekt scheiterte schon bald, da der Turnrat die vom GVA
gestellten Forderungen hinsichtlich des Wirtschaftsbetriebes und der
Hallenbenutzung nicht akzeptieren konnte und die Verhandlungen damit als
beendet ansah. Man wollte zunächst den Umbau allein unter der Voraussetzung
vornehmen, dass Zuschüsse in entsprechender Höhe von Kreis und Gemeinde gewährt
würden. Die Gemeinde riet jedoch dem TVA mit dem Hinweis auf die Durchführung
der Ortskernplanung, den Umbau vorläufig zurückzustellen. Eine Isolierung der
Turnhallenaußenwand musste allerdings sofort erfolgen. Als Alternative zum
Umbau wurde dann die Erstellung einer neuen Halle erwogen, zumal im
Förderungsprogramm des goldenen Planes zur damaligen Zeit noch Mittel zur
Verfügung standen, deren Antragsfrist allerdings am 29.02.80 ablief. Es sollte
daher bei der Bezirksregierung vorsorglich ein Antrag auf Zuschussgewährung
gestellt und die entsprechenden Unterlagen wie Bau- und Finanzierungsplan
nachgereicht werden. Sondierende Gespräche mit dem SVA über den Standort einer
möglichen neuen Halle verliefen letztendlich im Sande. In einer Sitzung der
Gemeindevertreter mit Mitgliedern des Turnvereins, der eine Hallen-besichtigung
vorausging, wurde ausführlich über das Projekt diskutiert. Eine vorgeschlagene
Fusion mit dem TPSV statt der geplanten mit dem GVA erschien nicht sinnvoll, zumal
auch dann die Halle einer dringenden Renovierung bedurft hätte.
Kreistagsmitglied Hans Buch wies darauf hin, dass die Gemeinde Enkenbach-Alsenborn
mit Sportstätten gut ausgestattet sei und neigte zu einem Umbau. Auch der 1.
Vorsitzende Formanski war der Ansicht, dass ein Umbau wichtiger als ein Neubau
sei. Fraktionsvorstand Schwab meinte, er sei nicht grundsätzlich gegen den
Umbau, er sei aber sinnlos, wenn in 10 bis 15 Jahren dann doch ein Neubau
unumgänglich sei. Der 1. Beigeordnete Reuther vermerkte, was zur Erhaltung
dieser Turnhalle jetzt getan werde, sei alles nur Kleckerei, außerdem sei die
Parksituation unmöglich. Bei Ausbruch eines Brandes könnten weder
Löschfahrzeuge noch Krankenwagen an die Halle heranfahren. Der 1. Vorsitzende
entgegnete, dass die Halle in der Ortsmitte ideal liege und voll und ganz ihre
Funktion erfülle. Zum Problem der unzureichenden Außenanlagen äußerte er, dass
75 % des Turnbetriebs in der Halle vollzogen würde. Konkrete Aussagen über
einen möglichen Standpunkt der neuen Halle, konnten seitens der
Gemeinde-vertreter nicht gemacht werden, da zuvor eine Gemeinderatssitzung
stattfinden müsse. Die Verbandsgemeinde ließ durch die Kreisverwaltung die
bauliche Substanz der alten Turnhalle überprüfen, wobei der Gutachter zu einem
vernichtenden Urteil kam, was den baulichen und hygienischen Zustand der Halle
betraf. Er schloss eine Nutzungsuntersagung durch die Gesundheits-behörde in
absehbarer Zeit nicht aus. Weiter führte er aus: Die Aufwendungen für die
erforderlichen umfangreichen Sanierungsarbeiten würden auf den Raummeterpreis
bezogen, genauso oder teuerer kommen, als die Errichtung eines Neubaues, wir
schlagen aus den zuvor beschriebenen Gründen vor, die Halle abzutragen.
Der Punkt Um- bzw. Neubau der Halle stand von
nun an auf praktisch allen Sitzungsprogrammen des Turnrates. Es wurde scharf
aber sachlich diskutiert, Meinungsverschiedenheiten blieben jedoch bestehen.
Eine außerordentliche Generalversammlung wurde für den 18.11.1980 in die
Turnhalle einberufen. 140 stimmberechtigte Mitglieder waren erschienen. Die
Turnhalle, erst vor kurzem durch die neue Innenverschalung auf Hochglanz
getrimmt, bot innen noch immer einen sehr ansehnlichen Anblick. Pro und Contra
eines Um- bzw. Neubaues wurden heftig und oft auch sehr emotional
debattiert. Es gab viele Wortmeldungen. Die Abstimmung ergab folgendes
Ergebnis: bei 140 abgegebenen Stimmen votierten bei 2 Enthaltungen 75 für den
Neubau und 63 dagegen. Diese Entscheidung quittierten 4 Turnratsmitglieder mit
ihrem Rücktritt. Unter ihnen leider auch unser 1. Vorsitzender Georg Formanski,
der seit 13.03.1976 dieses Amt inne hatte. Bedeutsam war in dieser Zeit sein
unermüdliches Wirken für seinen Verein. Seinen Turnern und besonders seiner
Jugend war er Vorbild. Selbst noch aktiv tätig, leitete er nebenbei eine
Jugendabteilung. Gewissenhaft und mit aller Konsequenz trug er seine Bedenken
vor. Sein Verantwortungsgefühl und seine Besonnenheit verschafften ihm uneingeschränkte
Achtung. Das Amt des Kinderturnwartes führte er zu unserer Freude weiter.
Leider lag in der außerordentlichen Versammlung das Ergebnis des
Sachverständigengutachtens noch nicht vor. Manche Auseinandersetzung hätte sich
vielleicht erübrigt.
In der Generalversammlung am 14.03.1981 wurde
Wolfgang Schwab zum 1.Vorsitzenden gewählt, 2.Vorsitzender blieb Erich Müller.
Von nun an setzten sie ihre ganze Schaffenskraft für den Neubau einer Turnhalle
ein. In Verhandlungen zeigte sich die Gemeinde bereit, die Turnhalle samt
Grundstück zum Schätzpreis von 750 000.- DM zu kaufen. Von einer
Renovierung der alten Halle bzw. Umbau wurde endgültig Abstand genommen, da
sich inzwischen der Kostenvoranschlag auf einer Höhe von 800 000.- DM bis
1 Million DM bewegte und die mögliche Finanzierung einer neuen Halle zur Zeit
am günstigsten erschien, da der TVA für den Turnhallenneubau in der Reihenfolge
einer etwaigen Bezuschussung an erster Stelle stand und eine 10%ige Investitionszulage
zu erwarten war. Man besichtigte mehrere Turnhallen und ließ durch ein
Konstruktionsbüro einen Plan entwerfen, der jedoch nicht ganz unseren
Vorstellungen entsprach und von Erich Müller entsprechend geändert wurde.
Ausschreibungen wurden vorgenommen und unter den acht Anbietern der Firma
Lübbert der Vorzug gegeben, wobei Preis und Zweckmäßigkeit des Baues ausschlaggebend
waren. Unter Leitung des 1.Vorsitzenden
Wolfgang Schwab und dem unermüdlichen Schaffensdrang des 2.Vorsitzenden Erich
Müller, der alle Hindernisse, die auftraten, aus dem Weg zu räumen wusste,
wurde es möglich, dass die Einweihung der neuen Halle, am 15. Oktober 1983 mit
einem großen Festprogramm efolgte. Entgegen aller Bedenken wegen der
Folgekosten ist das Projekt Alsenzhalle geglückt, was der
Hauptverdienst von Erich Müller ist. Man kann ihn als Vater der
Alsenzhalle bezeichnen.
Alsenzhalle
am 02.Juni 1983

Zum Hallenwart wurde Helmut Langenstein gewählt, der
in der alten Turnhalle schon das Amt des Gerätewarts begleitete. Durch seine
fachlichen Kenntnisse in allen handwerklichen Bereichen und seine
uneigennützige Hilfsbereitschaft hält er bis heute die gesamten technischen
Einrichtungen der Alsenzhalle in bestem Zustand. Reparaturen in fast allen
Bereichen führt er selbst aus und erspart so dem TVA immense, sonst anfallende
Kosten. Es ist mit sein Verdienst, dass der Turnverein Alsenborn in der Lage,
ist die Unterhaltskosten der Alsenzhalle aufzubringen. Trotzdem findet er noch
Zeit, Freunden,
Bekannten und Nachbarn hilfreich zur Seite zu
stehen. Die Frage: „Helmut kann´sche mol ....?“ bleibt nie unbeantwortet, nicht
im Verein und nicht im privaten Umfeld. Dank auch seiner Frau Renate, die ihn
immer in seiner Arbeit unterstützt und auch schon oft auf ihn gewartet hat,
wenn einmal was nicht so klappte. Die beiden anderen guten Geister der
Alsenzhalle waren bis vor wenigen Jahren Gerlinde und Edgar Krauß, die sich um
die Außenanlage und das bewegliche Inventar des TVA gekümmert haben, wie um ihr
Eigentum.
In der Mitgliederversammlung am 18.04.1986 stellte
sich Wolfgang Schwab nicht mehr der Wahl. Zu seinem Nachfolger wurde Claus
Rödel gewählt, der diese Amt bis heute innehat. Er machte es sich zur Aufgabe,
den durch den Hallenbau etwas vernachlässigten Turnbetrieb wieder anzukurbeln.
Schwerpunkt sollte dabei der Breiten- und Freizeitsport bilden, sowie die
Förderung der Jugendarbeit. In den folgenden Jahren wurden für alle Altersgruppen
neue Übungsstunden eingerichtet, so daß mit dem Eltern- und Kindturnen
beginnend alle Altersgruppen bis hin zum Seniorenturnen abgedeckt sind.
Der Erfolg zeigt sich am Mitgliederstand: 1986 ca.
550, 2003 ca. 900.
1988 legte unser langjähriger Oberturnwart und
Kampfrichter Heinz Feierabend sein Amt nieder, nicht ohne noch das
Gaualterstreffen am 02.07.1988 zum 85. Vereinsjubiläum in die Wege zu leiten.
Die Mitgliederversammlung ernannte ihn zum Ehrenoberturnwart. Nachfolger als
Oberturnwart wurde Arnd Sauer.
Im Jahre 1989 erwarb der TVA das Grundstück der
Alsenzhalle von der Gemeinde Enkenbach-Alsenborn und vollendete den Bau der
Außensportanlage. 1991 verstarb unser Ehrenoberturnwart Otto Müller, er hat
sich als aktiver Turner, Oberturnwart und Vermögensverwalter sehr große
Verdienste um den TVA erworben. Eine Fusion mit dem Tischtennisverein
scheiterte im Jahr 1992 an der Namensgebung. Der TTVE löste sich daraufhin auf
und übertrug sein Vereinsvermögen zur ausschließlichen Nutzung für die Tischtennisabteilung
an den TVA. Viele aktive Spieler wechselten zum TVA.
Am 27.06.1993 veranstalteten wir ein Spielfest für
die ganze Familie und am 25.09.1993 einen Festabend anlässlich unseres 90.
Vereinsjubiläums.
Im Jahre 1995 legte Erich Müller sein Amt als
Geschäftsführer nieder, er beendete damit eine 45-jährige aktive Tätigkeit im
TVA. 1950 als 10-jähriger trat er dem TVA als aktiver Turner bei. Später
verschrieb er sich dem Tischtennissport und leitete jahrelang die Geschicke der
TT-Abteilung, nebenbei war er noch im pfälzischen TT-Verband tätig. Zum 2.
Vorsitzenden wurde er 1976 gewählt und in dieser Funktion eine Triebfeder für
der Bau der Alsenzhalle. Ab 1990 begleitete er das Amt des Geschäftsführers. Er
ist auch heute noch Ansprechpartner und Berater für den 1. Vorsitzenden. Wenn
irgendwelche Hilfe benötigt wird, ist Erich Müller bzw. die Firma Müller immer
zur Stelle. 1996 legte unser Gastwirt Walter Weber nach 50-jähriger Tätigkeit
sein Amt nieder. Dank auch seiner Frau Greta und Heinz Feierabend, die ihn
immer tatkräftig unterstützten. Es gab mehrere Wechsel in der Vorstandschaft,
nach Erich Müller hatte Dieter Horbach das Amt des 2.Vorsitzenden inne, nach seinem Rücktritt 1995 übernahm Armin Weyrich diesen Posten. Oberturnwart ist seit 1994 Dietmar Horter, 2. Vorsitzender seit 1999 Gunter Paul.
Vielen Dank an alle, die mich auf meinem bisherigen
Weg als Vorsitzender begleitet haben und weiterhin begleiten werden, besonderen
Dank auch meiner Frau, die seit ihrem 5.Lebensjahr aktives Mitglied im TVA ist,
für ihre Mithilfe.
C.R.